Aus der Amazon.de-Redaktion
Es gehört schon ein gewisser Mut dazu, sich so wie die Schauspielerin Dana Vávrová bei ihrem Regiedebüt
Hunger -- Sehnsucht nach Liebe einem so brisanten Thema wie Bulemie zu stellen. Aber dieses Wagnis hat sich gelohnt. Auch wenn Dana Vávrová den Tücken des Problemfilms nicht ganz entkommt, ist ihr doch ein beeindruckendes Erstlingswerk gelungen, das anders als die Mitte der 90er-Jahre so erfolgreichen deutschen Beziehungskomödien nicht die Augen vor der Wirklichkeit verschließt.
Dem Anschein nach hat Laura (Catherine Fleming) alles erreicht, was sich ein Mensch um die 30 wünschen kann. Beruflich ist sie als Marketing-Chefin einer Spielzeugfirma ungeheuer erfolgreich, und mit Simon (Kai Wiesinger), einem Juwelier, der in seiner Freizeit als Graffiti-Künstler tätig ist, hat sie den idealen Freund gefunden. Doch die Fassade täuscht. Seit einem Kindheitstrauma leidet Laura an Bulemie, einer Sucht, die alles für sie zunichte machen könnte.
Eine der größten Stärken von Hunger ist die Sicherheit und Eleganz, mit denen Dana Vávrová die Mittel des Kinos nutzt. Während die von ihr mitentworfene Geschichte alles andere als frei von Klischees ist -- wie bei den meisten Problemfilmen wirkt auch hier die Psychologie der Figuren etwas zu schulbuchmäßig, und das obligatorische Happy End verdeckt die Abgründe mit viel zu großer Selbstverständlichkeit --, besticht ihre Inszenierung durch geschickte Stilisierung und einen Look, der Lauras turbulente Innenwelten nach Außen kehrt. Mit Peter von Haller stand Dana Vávrová ein hervorragender Kameramann zur Seite, der gerade für Lauras Sucht Bilder von seltener Intensität gefunden hat.
Einen noch stärkeren Eindruck als die Ästhetik von Hunger hinterlässt das Spiel von Catherine Fleming. Mit beeindruckender Sensibilität und Ausdruckskraft entwirft sie das Porträt einer Frau, die an dem auf ihr lastenden Druck fast scheitert. Wie Laura immer wieder in ihre Sucht flieht und dabei versucht, den äußeren Schein aufrecht zu erhalten, trifft einen direkt ins Herz. Hinter einer Maske von Kühle und Stärke offenbart sich ein Mensch, der von Ängsten und Albträumen getrieben wird. Dabei stellt Catherine Fleming selbst Kai Wiesinger und Christiane Hörbiger, die als Lauras Mutter einige äußerst eindrucksvolle Momente hat, noch in den Schatten. --Sascha Westphal
Amazon.de DVD-Bewertung
Die von Eurovideo herausgegebene DVD ist technisch durchaus annehmbar. Der Ton (Dolby Digital 5.1) bietet aufgrund der Story zwar keine überragenden Effekte, kann aber durch den sehr räumlichen Soundtrack überzeugen. Bildtechnisch sind Kontrast und Schärfe gut gelungen, dazu gesellt sich ein kalter bläulicher Grundton, der bestens zur Atmosphäre des Films passt. Die Extras bestehen aus einem unkommentierten Behind the Scenes, einer Trailershow und kurzen Statements der Schauspieler und der Regisseurin. --Marc Osmers
Alle Produktbeschreibungen